Gartenskulpturen – für die einen Kunstwerke und Bereicherung für den Garten, für Andere nur kitschiges Beiwerk, auf das sie gut verzichten können. Und so ist es auch hier, wie der Volksmund schon sagt: „Was den enen sin Uhl, ist des Annern sin Nachtigall.“ Die berühmtesten Gartenskulpturen, allerdings auch die am meisten umstrittenen sind wohl die Gartenzwerge. Gartenzwerg-Kultur gibt es schon seit dem 17. Jahrhundert. Damals schmückten die Kerlchen als barocke Steinfiguren herrschaftliche Gärten. So, wie wir ihn heute kennen, gibt es den Gartenzwerg seit 1872 und zu verdanken haben sie ihre Geburt zweier Thüringer Firmen.
Mittlerweile gibt es nicht nur die klassischen, niedlichen Gartenzwerge, sondern auch recht freche Zeitgenossen, die vom Stinkefinger bis zum entblößten Hinterteil frech grinsend die Gartenwelt bevölkern. Gartenskulpturen aus Stein, Bronze, Granit und Marmor begleiten die Gartenkultur schon seit der Antike. Von witzigen Äffchen bis hin zur schützenden Göttin reichte damals die Palette der garten schmückenden Skulpturen. Und auch heute sind Tierfiguren oder Nachbildungen klassischer griechischer oder römischer Skulpturen sehr beliebt. Die Renaissance war für ihre Bildhauer bekannt. Auch aus jenen Zeiten finden die Nachbildungen berühmter Steinfiguren wieder Eingang in unsere Gärten. Doch nicht immer muss es gleich Michelangelos David sein. Vogeltränken aus Stein nach antikem Vorbild werten zum Beispiel einen Steingarten ebenfalls ungemein auf. Moderne Gärten gewinnen oft mit Skulpturen aus Metall.
Der Renner derzeit sind dabei rostige Metallkonstruktionen, die dem Garten einen sehr individuellen Touch verleihen. Doch auch Sonnenuhr und stilisierte Erdkugel sind wieder recht beliebt. Da jede Skulptur Ausdruck des persönlichen Geschmacks der Gartenbesitzer widerspiegelt, ist natürlich auch die Vielfalt entsprechend. So besiedeln, vom Vorgarten über Blumenbeete bis hin zum Gartenteich, witzige Trolle, Märchenreiche, tierische Bewohner, vergessene Götter und viele Wesen mehr das heimische Grün. Besonders gut eigenen sich Skulpturen um den Charakter von Themengärten zu unterstreichen. Ein in sich versunkener Buddha aus Lavastein für den asiatischen Garten,
Märchenwaldbewohner oder niedliche Trickfilmfiguren im Garten für Kinder oder ein alter Steinbrunnen an der Wand für den Wildgarten runden oft das Bild des Gartens ab. Aber auch ein sehr „geordneter“ Garten kann sehr gut mit klassischen Skulpturen umgehen. Nichts spricht gegen eine alte Drachenfigur oder der schlichten Büste eines zarten Frauengesichts. Über Geschmack kann man sich streiten und so ist es eben auch bei den Gartenskulpturen. Doch mit Bedacht und in Anlehnung an die Gesamtgestaltung des Gartens ausgewählt, liegt man mit einer Gartenskulptur nie falsch. Zu Gartenskulpturen zählen übrigens nicht nur Figuren. Auch alte Amphoren, Vasen, Laternen, Stelen, Sockel und Säulen bereichern einen Garten, geschickt eingesetzt, ungemein. Ein Steingarten an einer alten rustikalen Mauer, mit hoch wachsenden Wildblumen, in denen wie zufällig eine zerbrochene antike Amphore liegt, wirkt wesentlich stilechter als ohne das Stück. Zerbrochene Säulen, ein Rest Sockel oder eine Stele am Gartenteich beleben das Bild. Der Fantasie für den Einsatz von den verschiedensten Skulpturen im Garten ist keine Grenzen gesetzt. Für jede Idee und jeden Geldbeutel bieten die Hersteller im Fachhandel die richtigen Stücke an. Es ist also nur eine Frage der Gestaltung des Gartens und der dazu passenden Auswahl an Skulpturen, ob man sich selbst und auch Gäste im so hergerichteten Garten wohlfühlen. Und wenn nicht … einen Garten kann man ja auch umgestalten!