Ein schöner, dichter und satt-grüner Rasen ist der Traum jeden Gartenbesitzers. Doch der Weg dahin ist meist mühsam und nicht selten auch von Fehlschlägen begleitet. Moos, Sonnenbrand und Samen pickende Vögel sind die Störenfriede auf dem Weg zum perfekten Rasen. Auch braucht ein Rasen einfach seine Zeit, bis er zu dem Traumgrün geworden ist, dass widerstandsfähig auch zum Picknick und sonnenbaden einlädt. Eine großartige Alternative zum selbst ausgesäten Rasen bietet der Rollrasen oder auch Fertigrasen. Was ist Rollrasen überhaupt? Rollrasen ist zunächst einmal wirklich richtiger Rasen aus natürlichen Graspflanzen und kein Produkt aus Kunstmaterialien. So genannte „Rasenschulen“ haben sich auf die Produktion von Roll- oder Fertigrasen spezialisiert. Hier wird ein Grasteppich angezogen und sobald dieser dann fest genug im Wachstum steht, meist nach einem Jahr, wird die Rasenfläche regelrecht abgeschält, als Ballen gerollt. Nun kann der Hobbygärtner selbst Hand anlegen und den Rollrasen gleich vom Fachmann verlegen lassen. Bevor man sich jedoch an das Verlegen des Fertigrasens machen kann, muss der Boden genauso sorgfältig vorbereitet werden, als würde man den Rasen aussäen wollen. Falls alter Rasen vorhanden ist, muss dieser mit einem Sodenschäler vom Erdboden abgeschält werden. Sodenschäler kann man in der Regel beim Werkzeugverleih erhalten.
Um das Umgraben und entfernen von Wurzelresten und Unkraut kommt man leider auch nicht drum herum. Je nach Bodenbeschaffenheit empfehlen sich auch hier kleine Hilfen. Bei lehmigem, sehr festem Boden sollte man Sand untergraben, dagegen gehören Muttererde oder Humus in sehr feinen und sandigen Boden. Nun muss der Boden nur noch gewalzt und anschließend mit einer Harke wieder sanft aufgelockert und vor allem geebnet werden. (Auf unebenem Untergrund können die Wurzeln des Fertigrasens nicht greifen, er stirbt wieder ab.) Nun kann der Rollrasen endlich kommen! Lange Lagerzeiten müssen auf jeden Fall vermieden werden, da sonst die Wurzeln absterben und der schöne neue Rasen auch dahin ist. Die einzelnen Ballen werden, nachdem die Erde kurz vorher noch leicht befeuchtet wurde, einfach in Laufrichtung aufgerollt und so dicht als möglich, als Naht an Naht, nebeneinander gelegt.
Die Abschnitte dürfen ruhig etwas versetzt sein. Nachdem die komplette Fläche Fertigrasen verlegt ist, wird der neue Rollrasen noch gewalzt und für etwa 30 Minuten gewässert. Rollrasen gehört ohne Zweifel zur teureren Art seinen Garten mit Rasen zu begrünen. Je nach Sorte kann es bis zu 10x teurer als die Aussaat sein. Doch er bringt auch definitive Vorteile mit sich. Rollrasen kann sofort nach dem Verlegen wieder betreten werden, er ist wirklich Unkraut- und Moos frei, da das dichte Wurzelwerk wie eine Wand wirkt. Moos kann sich nur an extrem schattigen und feuchten Plätzen bilden. Hier muss dem Rasen eine besondere Pflege zugedacht werden. Und damit geht’s zum nächsten Punkt, der Pflege des Rollrasens. Auch für den Rollrasen ist Wasser wichtig. In den warmen und heißen Sommertagen sollte morgens oder abends zwischen anderthalb und zwei Stunden bewässert werden. Der richtige Zeitpunkt um den Rasensprenger anzustellen ist immer dann gekommen, wenn sich die Grashalme nach dem Betreten nicht wieder aufrichten. Hier spricht man dann vom so genannten „Welkepunkt“. Ordentlich gewässert muss man maximal nur zweimal in der Woche den Vorgang wiederholen. Auch Rollrasen benötigt Dünger. Frühjahr und Herbst sind die richtigen Zeitpunkte für die Düngergaben. Und natürlich muss auch der Fertigrasen gemäht werden.
Für Zierrasen gilt als Regelhöhe 2,5 cm, für Freizeitrasen liegt diese bei etwa 4,0cm. Einmal im Frühjahr muss auch vertikutiert werden, um dem Rasen Luft zu verschaffen. Natürlich bietet auch der Rollrasen verschieden Strapazierqualitäten. So gibt es den besonders robuste Fertigrasen für Familie, Sport und Spiel, Rasen, der einer schönen Wiese alle Ehre macht, für trockene Gartenbereiche und natürlich auch den Fertigrasen, der auch im Halbschatten wunderbar gedeiht.