Untermieter am Gartenteich

Endlich ist der Gartenteich fertig und Goldfische oder die wunderschönen Kois haben Einzug gehalten. Stolz präsentiert man Gästen seine neuste Errungenschaft und winkt bei der Warnung vor räuberischen Vögeln nur ab: Hier hat sich noch keiner sehen lassen. Natürlich nicht! Erst muss sich ja die Errichtung des neuen Buffets herumsprechen. Und dies ist meist im nächsten Frühjahr der Fall.

Für einen ausgewachsenen und erfahrenen Fischreiher ist auch der Fang eines mehr als 30cm langen Fisches überhaupt kein Problem und so verloren bereits viele Teichbesitzer ihre schönsten Kois.
Kein Wunder, dass so manche Gartenteichbesitzer beim Anblick der eleganten Graureiher die Geduld verlieren.
Achtung – Graureiher steht unter Naturschutz! Einfach „umlegen“ geht hier nicht!

Viele Teichbesitzer versuchen ihr Glück im Aufstellen einer Reiheratrappe. Gute Idee wirkt leider nur bei jungen, unerfahrenen Tieren. Alte Graureiher kennen den Trick, beobachten den Plastikkollegen eine Weile und bewegt er sich nicht, kommen sie zu dem Schluss, dass man sehr wohl in fremden Revieren wildern darf.
Eine Glitzerpyramide, schwimmend auf dem Teich platziert, ist wesentlich effektvoller. Das intensive und unregelmäßig zurückgeworfene Sonnenlicht irritiert die geflügelten Räuber. Blöd nur, wenn der Himmel bedeckt ist.

Ein Sonnensegel ist in mehrfacher Hinsicht von Nutzen. Es vermindert die Algenbildung und es versperrt den Reihern den Blick auf den Gartenteich beim Überflug. Angelsehnen in Netzform über den Teich gespannt, erschweren dem Schreitvogel das Landen und Laufen, allerdings auch den Menschen bei der Teichreinigung. Stattdessen macht eine grobe, unregelmäßige Ufergestaltung Sinn. Statt Kies werden große Steine gewählt, Blumentöpfe und Steinfiguren. Sie erschweren dem Vogel das Landen und ins Wasser schreiten.
Im Handel werden oftmals auch „Teichnetze“ angeboten. Darauf sollte man jedoch verzichten. Sie sind optisch nicht gerade der Renner und nicht nur Reiher, sondern auch andere Vögel und Kleintiere können sich hier drin verfangen, verletzen und letztendlich verenden.

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